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5 Dinge, die unseren Familienalltag entspannter gemacht haben – ohne Optimierungswahn

  • Autorenbild: Mara Reinders
    Mara Reinders
  • 16. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit


Es gibt diese Tage, da fühlt sich Familienleben an wie ein schlecht koordiniertes Projektmeeting.

Alle reden gleichzeitig. Keiner weiß, was als Nächstes dran ist.

Und am Ende sind trotzdem alle unzufrieden.


Ich habe lange gedacht, das liegt an mir.

Dass ich entspannter sein müsste. Geduldiger. Achtsamer. Irgendwas halt.


Spoiler:

Es lag nicht an mir.

Es lag an fehlender Klarheit.


Wir haben unseren Familienalltag nicht „optimiert“.

Wir haben ihn vereinfacht.

Und das hat erstaunlich viel Ruhe reingebracht.


Hier kommen fünf Dinge, die bei uns wirklich einen Unterschied gemacht haben – ganz praktisch, alltagstauglich und ohne Erziehungsphilosophie.



1. Feste Zeiten – nicht aus Zwang, sondern aus Entlastung


Feste Zeiten begleiten uns, seit unser Kind ein Baby war.

Damals ganz pragmatisch:

Wir haben aufgeschrieben, wann das Baby geschlafen hat, wann es eine Flasche bekommen hat, wann die Windel gewechselt wurde.


Nicht aus Kontrollwahn – sondern weil wir uns nachts abgewechselt haben.

Der andere sollte wissen: Was war zuletzt? Wo stehen wir gerade?


Und ehrlich: Diese Haltung hat sich durchgezogen.


Bis heute sind unsere Essens- und Schlafenszeiten ziemlich konstant.

Der Mittagsschlaf ist zwar Geschichte, aber die Zubettgehzeit ist fix.

Nicht „mal so, mal so“, sondern verlässlich.


Diese Struktur hat uns durch wirklich anstrengende Phasen getragen.

Weil nicht alles jeden Tag neu entschieden werden musste.



2. Weniger Diskussionen – mehr Entscheidungen für das Kind


Ich weiß, Diskussionen gelten heute als pädagogisch wertvoll.

Aber ganz ehrlich: Dauerverhandlungen machen müde.

Alle Beteiligten.


Wir haben gemerkt:

Je mehr Entscheidungen wir unserem Kind abnehmen, desto entspannter wird der Alltag.


Nicht alles muss diskutiert werden.

Nicht jede Kleinigkeit braucht Mitsprache.

Zum Beispiel bei der Kleidungswahl. Ich entscheide was angezogen wird.


Das entlastet nicht nur uns –

sondern auch unser Kind.


Und ja: Das wirkt sich auch auf die Beziehungsebene zwischen meinem Mann und mir aus.

Weniger Diskussionen mit dem Kind = weniger Spannung zwischen uns.



3. Klare Zuständigkeiten – auch fürs Kind


„Wer macht was?“ klingt unromantisch.

Ist aber Gold wert.


Wir sprechen klar ab, wer wofür zuständig ist.

Und wir beziehen unser Kind mit ein.


Bei uns ist zum Beispiel Tischdecken fest der Job unseres Kindes.

Und weißt du was?

Es macht ihm unglaublich Spaß, und ist sehr stolz es machen zu dürfen.


Kinder wollen dazugehören.

Teil von Routinen sein.

Verantwortung übernehmen – im Rahmen ihrer Möglichkeiten.


Das nimmt Druck raus und stärkt das Wir-Gefühl.



4. Einfache Regeln – und dann auch wirklich immer


Regeln heißen Regeln, weil sie gelten.

Nicht nur manchmal. Nicht nur „wenn es passt“. Sondern immer.


Je einfacher und kindgerechter die Regeln, desto besser funktionieren sie.

Und ja: Dann müssen wir Erwachsenen uns auch daran halten.


Aber genau das ist das Schöne daran:

Wenn Regeln klar sind, wird das Leben einfacher.


Man kann klein anfangen.

Und mit der Zeit nachjustieren.


Nicht perfekt.

Aber verlässlich.



5. Erwartungen runterschrauben – vor allem an mich selbst


Der schwierigste Punkt. Ohne Frage.


Ich neige – wie viele Mütter – dazu, alles aufzufangen.

Für andere nachzudenken. Dinge auszugleichen.

Und an mich selbst die höchsten Erwartungen zu haben.


Das zu erkennen, tut manchmal weh.

Aber es ist notwendig.


Nicht alles muss perfekt laufen.

Nicht jeder Tag muss „harmonisch“ sein.

Und ich muss nicht ständig besser funktionieren als alle anderen.


Wenn dich dieses Thema tiefer beschäftigt, kann ich dir meinen Artikel zur inneren Stimme sehr ans Herz legen.

Gerade dieser innere Anspruch ist oft der größte Stressfaktor – nicht der Alltag selbst.



Zum Schluss


Unser Familienalltag ist nicht perfekt.

Aber er ist tragfähig.


Wir haben nicht mehr Struktur, weil wir streng sind.

Sondern weil sie uns entlastet.


Weniger Diskussion.

Mehr Klarheit.

Mehr Ruhe im Kopf.


Und manchmal ist genau das der Unterschied zwischen „Ich kann nicht mehr“ und „Okay, so geht es.“




 
 
 

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