Beschäftigungsideen für Kinder drinnen - einfache Spiele ohne viel Vorbereitung
- Mara Reinders
- 28. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Wenn es kalt ist, alle durchdrehen – und Mama kurz fünf Minuten Ruhe braucht
Zwischen den Jahren ist diese ganz besondere Zeit:
Draußen kalt. Drinnen Chaos.
Alle sind zu Hause. Niemand weiß mehr, welcher Wochentag ist.
Und dein Kind? Hat Energie für fünf weitere Leben, während du schon beim dritten Kaffee bist.
Aber good news:
Man braucht keine fancy Spielsachen, kein Pinterest-Studium und keine 300-Euro-Bastelbox.
Man braucht nur Dinge, die eh rumliegen – und ein bisschen Improvisationstalent (aka: Mama-Überlebensmodus).

1. Woll Malerei auf Pappe - kreativ, nachhaltig & überraschend ruhig
Wir haben aus alter Pappe eine Figur ausgeschnitten (bei uns wurde es eine Blume – wir lieben eben Blumen).
Die Rückseite haben wir mit Klebeband beklebt – Klebeseite nach vorne (ja, das fühlt sich falsch an, ist aber richtig).
Dann kommt der Trick:
Wolle
ein Glasstrohhalm oder fester Strohhalm
Wolle durchziehen
und los „malen“
Das Kind legt die Wolle auf dem Klebeband ab, gestaltet Muster, Linien, Chaos – alles erlaubt.
Und das Beste:
Wolle danach wieder abziehen, aufrollen, nochmal spielen.
Nachhaltig, günstig, kein Müll, kein Drama.

2. Oobleck – die magische Masse, die Mamas Küchen ruiniert (aber es lohnt sich)
Oobleck.
Klingt süß. Ist eine Sauerei. Aber eine richtig gute.
Rezept (keine Ausrede):
2 Teile Speisestärke
1 Teil Wasser
Langsam mischen. Staunen.
Die Masse ist flüssig, wenn man sanft ist – und fest, wenn man sie drückt.
Physik. Magie. Hexerei. Keine Ahnung – aber Kinder LIEBEN es.
Wir haben:
geknetet
gerührt
mit Löffeln experimentiert
Wasser nachgekippt wenn es zu hart wurde
und über eine Stunde gespielt
Man kann sie auch einfrieren oder mit Lebensmittelfarbe färben.
Ja, ich dachte, ich bin schlau und mache das alles auf einem Tablett.
Nein, die Küche sah danach trotzdem aus wie nach drei Tagen Plätzchenbacken.
Aber: es war jede Minute wert.
3. Klebeband-Kunst auf dem Boden (unerwartet genial)
Du nimmst:
Malerkrepp oder Washi Tape
den Boden (ja, den Boden)
Kleb Linien, Formen, Straßen oder wilde Muster.
Dein Kind, fährt mit Autos drüber oder klebt Dinge hinein oder hüpft in die Kästchen rein und raus.
Warum ich’s liebe:
Es ist mal nicht der Tisch.
Und mein Kind war komplett versunken. Komplett.
Ich habe in Ruhe meinen Kaffee ausgetrunken. Warm.
4. „Was passt hier rein?“ – die große Umfüll-Mission
Ich habe einfach:
Becher
Schüsseln
Löffel
eine große Schale mit Linsen / Reis / Nudeln hingestellt
Ohne Erklärung.
Ohne Ziel.
Und zack: 30–45 Minuten Konzentration.
Kinder LIEBEN es, Dinge von A nach B zu bringen.
Wir Erwachsenen nennen das sinnlos – Kinder nennen es Lebensaufgabe.
5. Sensorik-Schüssel „Fühlen erlaubt“
Eine Schüssel.
Darin alles, was sich unterschiedlich anfühlt:
Schwamm
Watte
Löffel
Bürste
Stoffrest
trockene Nudeln
Mein Kind hat gefühlt, sortiert, benannt, verglichen.
Ganz ruhig. Ganz bei sich.
Mama-Gedanke:
Manchmal ist weniger Action genau das, was sie brauchen.
6. Das große „Alles was rollt“-Experiment
Ich habe:
eine Schräge gebaut (Brett + Kissen)
alles gesammelt, was rollen kann
oder eben nicht
Auto? Klar.
Apfel? Überraschend gut.
Baustein? Nope.
Physik für Anfänger.
Spaßfaktor 10/10.
7. Spielzeug waschen (aka: die seriöseste Aufgabe der Welt)
Schüssel mit Wasser.
Ein Tropfen Spüli.
Altes Handtuch.
Plötzlich war mein Kind:
sehr ernst
sehr konzentriert
sehr beschäftigt
Jedes Spielzeug was waschbar ist, bei uns alles aus der Spielküche,wurde einzeln gewaschen, abgetrocknet, kontrolliert.
Ich habe nichts gesagt.
Nicht gestört.
Einfach genossen.
Kind war stolz wie Bolle das alles wieder sauber ist.
8. Der Karton, der alles sein darf
Ein Karton ist nie nur ein Karton.
Heute ist er:
ein Haus
morgen ein Auto
übermorgen ein Bett für Kuscheltiere
Ich schneide nur Türen/Fenster rein.
Den Rest macht die Fantasie.
Bonus:
Kein Lärm. Keine Anleitung. Kein Ende.
9. Sortieren nach „Gefühl“ statt Farbe
Nicht: rot/blau/grün.
Sondern:
weich
hart
laut
leise
Wir haben ihre komplette Spielkiste auseinander genommen (ja die mit den Einzelteile, wo einfach alles reingeworfen wird).
Das war komplett neu – und mega spannend.
Mein Kind hat richtig nachgedacht.
Und ich gemerkt: Wir unterschätzen sie ständig.
10. Küchenhelfer deluxe (ohne Perfektionsanspruch)
Ich habe nichts vorbereitet.
Einfach gesagt: „Willst du helfen?“
Rühren.
Waschen.
Schütten.
Spülmaschine ausräumen.
Und wieder einräumen.
Socken Memory (einfach eine Waschwanne mit unsortierten Socken auskippen)
Ja, es dauert länger.
Ja, es ist nicht sauber.
Aber es ist gemeinsam.
Und das spüren sie.
11. „Zeig mir dein Lieblingsding“
Alle Spielsachen liegen rum.
Mein Kind sucht:
DAS eine
das Wichtigste
das Lieblingsding
Und erzählt mir davon.
Warum. Seit wann. Wofür.
Kein Basteln.
Kein Chaos.
Nur Verbindung.
Mein Resümee (ehrlich, wie immer)
Beschäftigung ist kein Programm.
Es ist Beziehung mit Material.
Manchmal braucht es:
Wolle & Klebeband
Speisestärke & Wasser
Spielzeug was eh schon da ist
Socken die Sortiert werden wollen
Und wenn dein Kind dabei so vertieft ist, dass du deinen Kaffee einmal komplett warm trinken kannst –
dann war es keine Beschäftigung.
Dann war es ein verdammter Erfolg.
Mama weiß es besser



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