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Grenzen setzen-ohne Schuldgefühle

  • Autorenbild: Mara Reinders
    Mara Reinders
  • 2. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Warum uns das als Mütter so schwerfällt – und wie wir trotzdem lernen, für uns einzustehen


Vorweg: Das hier ist kein „Sag halt einfach Nein“-Text.


Wenn Grenzen setzen so einfach wäre,

würden wir nicht nachts im Bett liegen und Gespräche nachspielen,

uns rechtfertigen, zweifeln, klein machen

oder uns fragen, warum wir schon wieder Ja gesagt haben.


Dein Kind braucht dich. Ja.

Aber die Nachbarin, der Elternbeirat, der Chef, die Schwiegermutter und WhatsApp-Gruppe XY brauchen nicht deine permanente Selbstaufgabe.

Grenzen im Umgang mit Kindern sind ein eigenes Kapitel.

Heute geht’s vor allem um deine Grenzen gegenüber anderen Menschen –

und warum die mindestens genauso wichtig sind.



Wir Mütter sind Grenzüberschreitung im Dauerabo


Als Mutter gehst du ständig über deine Grenzen.


Du bist müde – machst trotzdem weiter.

Du brauchst Ruhe – bist trotzdem verfügbar.

Du hast keine Kraft mehr – funktionierst trotzdem.


Und das ist erst mal nichts Schlechtes.

Das gehört dazu.

Unsere Kinder brauchen uns.

Und wir entscheiden uns bewusst, unsere Bedürfnisse hintenanzustellen.


Aber genau hier liegt der Haken.


Wenn du über Jahre lernst:


Meine Grenze ist flexibel.

Mein Nein ist verhandelbar.

Mein Bedürfnis kann warten.


dann passiert etwas Gefährliches:

👉 Du verlierst das Gefühl dafür, wo deine Grenze überhaupt ist.


Und das betrifft nicht nur dein Kind –

sondern irgendwann alle anderen.



Warum uns Abgrenzung außerhalb der Mutterrolle so schwerfällt


Viele Mütter merken gar nicht mehr,

  • wann sie etwas wirklich wollen

  • und wann sie nur funktionieren


Wir sagen Ja, weil:

  • wir niemanden enttäuschen wollen

  • wir „nicht so sein wollen“

  • wir Angst haben, egoistisch zu wirken

  • wir Harmonie sichern wollen

  • wir gebraucht werden wollen


Und manchmal auch, weil wir hoffen:


Wenn ich das mache, bin ich genug.

Dann werde ich gesehen.

Dann werde ich gemocht.


Grenzen setzen fühlt sich dann nicht nach Selbstfürsorge an,

sondern nach Liebesentzug.



Selbstwertgefühl: Der Elefant im Raum


Ganz ehrlich?

Grenzen setzen hat weniger mit Kommunikation zu tun

und mehr mit Selbstwert.


Wenn du tief in dir glaubst:

  • Ich bin nur wertvoll, wenn ich helfe

  • Ich muss leisten, um dazuzugehören

  • Mein Nein macht mich schwierig


dann wird jede Grenze innerlich zum Kampf.


Nicht gegen andere –

sondern gegen dich selbst.


Und deshalb ist die wichtigste Frage nicht:


Wie sage ich Nein?


sondern:


Warum sage ich so oft Ja – obwohl ich es nicht will?



Sich selbst diese Fragen zu stellen, ist unbequem – aber notwendig


Nimm dir dafür wirklich Zeit.

Nicht zwischen Tür und Angel.

Nicht nur im Kopf – sondern ehrlich - aufschreiben.


  • Was fühlt sich für mich wirklich nach einer Grenzüberschreitung an?

  • Wo sage ich Ja und bin danach sauer – auf andere oder auf mich?

  • Welche Angst steckt hinter meinem Ja?

  • Suche ich Anerkennung? Sicherheit? Zugehörigkeit?

  • Habe ich gelernt, dass mein Nein Konsequenzen hat?


Je klarer du die Ursache kennst,

desto leichter wird die Grenze.



Dein Bauchgefühl ist kein Drama – es ist dein Warnsystem


Viele merken ihre Grenze körperlich:

  • Druck im Bauch

  • innere Unruhe

  • Gereiztheit

  • sofortige Erschöpfung

  • Rückzug


Das ist kein „Übertreiben“.

Das ist Information.


Wenn dieses Gefühl kommt,

ist das der Moment, nicht weiterzumachen.


Nicht zu erklären.

Nicht zu überzeugen.

Sondern zu stoppen.



Und jetzt: Die fünf Schritte, die dir helfen, deine Grenzen zu wahren


Nicht perfekt.

Nicht sofort.

Aber ehrlich.



1. Erkenne deine Grenze – bevor du sie rechtfertigst


Deine Grenze muss nicht logisch sein.

Sie muss sich für dich stimmig anfühlen.


Wenn sich etwas falsch anfühlt,

ist das Grund genug.



2. Erlaube dir Bedenkzeit


Du musst nicht sofort reagieren.

Ein


„Ich melde mich später.“


kann dir den Raum geben,

dein Bauchgefühl überhaupt wahrzunehmen.



3. Sprich in Ich-Form – ohne Erklärungsmarathon


„Ich kann das gerade nicht.“

„Ich möchte das so nicht.“

„Das passt für mich nicht.“


Mehr braucht es nicht.



4. Halte die innere Unruhe aus


Ja, das schlechte Gewissen kommt.

Ja, es fühlt sich ungewohnt an.

Nein, das heißt nicht, dass du falsch liegst.


Unruhe ist kein Zeichen von Schuld –

sondern von Veränderung.



5. Bleib dran – dein Umfeld lernt mit!


Am Anfang reagieren Menschen irritiert.

Später rechnen sie damit.

Und irgendwann respektieren sie es.


Grenzen setzen ist kein einmaliges Gespräch.

Es ist ein Prozess.



Meine persönliche Sicht (kurz & ehrlich)


Ich gehöre übrigens zu der Sorte Mensch, die erst mal Nein sagt.

Manche nennen es unbequem – ich nenne es praktisch.


Wenn man meinen Mann oder meinen Bruder fragt, würden sie wahrscheinlich lachen und sagen:

„Sie sagt immer Nein. Selbst bevor sie weiß, worum es geht.“


Stimmt. 😌

Und genau das macht es leichter.


Denn:

👉 Von Nein zu Ja ist ein leichter Weg.

👉 Von Ja zurück zu Nein ist ein Drama.


Ich merke sehr schnell, wenn eine Grenze überschritten wird.

Das Gefühl sitzt bei mir im Bauch.

Unangenehm. Eng. Alarm.


Und dann passiert etwas sehr Unromantisches, aber Effektives:

Ich fahre innerlich eine Mauer hoch. Nicht aus Bosheit – sondern aus Selbstschutz.


Das ist nichts, was jede*r kann oder sofort fühlen muss.

Aber es ist etwas, das man lernen kann.



Grenzen setzen ist ein Muskel – kein Charakterzug


Manche sind geborene Neinsager.

Andere mussten das erst lernen.


Beides ist okay.


Wichtig ist nur:

👉 Du darfst unbequem werden.

👉 Du darfst dich verändern.

👉 Du darfst dich selbst ernst nehmen.


Dein Umfeld gewöhnt sich daran.

Und wenn nicht – sagt das mehr über sie als über dich.



So und jetzt ganz ruhig zum Klarstellen


Du bist keine schlechte Mutter,

weil du Grenzen brauchst.


Du bist keine egoistische Frau,

weil du für dich einstehst.


Und du bist kein schwieriger Mensch,

weil du nicht mehr alles mitmachst.


Vielleicht bist du einfach jemand,

der angefangen hat, sich selbst zuzuhören.


Und das ist kein schlechtes Gewissen wert. 🤍




Zum Schluss – eine kleine Widmung 🤍


Eigentlich wollte ich diesen Beitrag einer ganz bestimmten Person widmen.

Einer sehr lieben, langjährigen Freundin.

Einer von denen, die immer da sind.

Die helfen, tragen, auffangen – und sich selbst dabei gern vergessen.


Beim Schreiben habe ich dann aber gemerkt:

Das hier ist kein ihr Thema.

Das ist ein wir-Thema.


Fast jede Frau in meinem Umfeld kennt dieses innere Ringen.

Mütter. Nicht-Mütter. Frauen mit großem Herzen.

Frauen, die viel geben, viel fühlen und oft zu wenig Raum für sich selbst lassen.


Und weil so viele von euch genau dafür abgestimmt haben,

weil so viele geschrieben haben: „Ja, das brauche ich gerade“,

widme ich diesen Text nicht nur meiner einen Freundin –

sondern allen Freundinnen in dieser Community.


Allen Frauen, die lernen wollen,

für sich einzustehen,

ohne hart zu werden.

Grenzen zu setzen,

ohne sich schuldig zu fühlen.

Und sich selbst genauso ernst zu nehmen

wie alle anderen.


Egal, wo du gerade stehst:

Du bist damit nicht allein.

Und du darfst in deinem Tempo wachsen.


Das hier ist für euch. 🤍


Deine Mara - Mama weiss es besser



 
 
 

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