🌙 Ist Spiritualität unsere neue Religion? – Ein Mama-Real-Talk zwischen Mondphasen, Manifestation und mentalem Überleben
- Mara Reinders
- 11. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Mamas, wir müssen reden.
Und zwar nicht über Brotdosen, Schlafzeiten oder die Frage, warum unsere Kinder grundsätzlich dann pupsen, wenn Besuch da ist. Nein. Heute wird’s spirituell. So richtig. Mit Universum, Karma und dem Gefühl, dass wir vielleicht doch ein bisschen mehr sind als wandelnde Snackspender in Jogginghose.
Denn Hand aufs Herz:
Spiritualität ist überall.
Auf Instagram, in WhatsApp-Kanälen, auf irgendwelchen Reels, die uns ein Algorithmus serviert, der uns besser kennt als unsere eigene Mutter.
Und manchmal frage ich mich:
Sind wir eigentlich gerade dabei, uns eine neue Religion zu basteln?
Eine Version 2.0 – mit weniger Dogmen, mehr Selbstliebe… und ganz viel rosa Aura-nebel.
Warum plötzlich alle spirituell sind – sogar die, die nur an Kaffee glauben
Früher haben Menschen in die Kirche gegangen. Heute gehen sie… in die Badewanne mit einem „Selfcare ist heilig“-Schaumbad.
Früher hat man gebetet.
Heute manifestiert man – vorzugsweise ein braves Kind und eine volle Kaffeedose.
Und ganz ehrlich: Ich verstehe es. Denn sobald das erste Baby da ist, erleben wir die große spirituelle Grundausbildung:
Kontrollverlust, gemischt mit Schlafmangel und dem dringenden Wunsch, dass irgendeine höhere Macht diesen Wahnsinn bitte kurz übernehmen möge.
Wir beten nicht – wir hoffen. Wir glauben nicht – wir manifestieren. Wir singen keine Kirchenlieder – wir hören Affirmationen auf TikTok.
Und vielleicht… ist das gar nicht so schlecht.
Warum wir Mamas überhaupt nach Spiritualität greifen
Weil wir Antworten wollen.
Weil wir Sinn suchen.
Weil wir das Gefühl brauchen, dass nicht ALLES Chaos ist – auch wenn die Realität eher nach explodierter Pommesbude aussieht.
Spiritualität ist für viele von uns eine Art mentaler Rettungsring.
Eine Pause-Taste fürs Gehirn.
Ein bisschen Hoffnung zwischen Wäschekorb und Wutanfällen.
Und manchmal ist es auch ein Werkzeug, um uns selbst wiederzufinden – unter all den Rollen, To-do-Listen und dem Crème-fraîche-Fleck auf dem Shirt, der seit Dienstag da ist.
Spiritualität als neue Religion? Vielleicht. Aber auch als Chance.
Religion hat früher Halt gegeben.
Spiritualität tut es heute – nur mit weniger Regeln und mehr good vibes.
Und während klassische Religion oft mit dem Finger zeigt („Du darfst nicht“), sagt Spiritualität eher:
„Schatz, du darfst ALLES – aber atme vorher drei Mal tief durch und trink Wasser.“
In einer Welt, die sich ständig überfordert anfühlt, ist Spiritualität vielleicht genau das, was wir brauchen:
Ein Ort, der uns nicht bewertet, sondern auffängt.
Was davon ist echt – und was ist einfach Internet-Zauberei?
Achtsamkeit, Meditation, Atemübungen?
→ wissenschaftlich erwiesenermaßen gut für die Psyche.
Manifestation als „Wünsch dir was und warte“?
→ Nein so funktioniert es nicht. Sondern in dem du Wünsche als klare Absicht, starke Visualisierung und positiven Denken in deine Realität ziehst, indem du dich so fühlst als ob sie bereits erfüllt wären. Kombiniert mit aktiven Handeln und Vetrauen in den Prozess.
Karma im klassischen Sinne?
→ der Begriff kommt aus dem Hinduismus, Buddhismus und Jainismus. Bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung - physisch wie geistig - unweigerlich eine Folge hat. Und z.B. positives, weiter positives anziehen soll.
Aber hier kommt das Entscheidende:
Was wahr ist, ist das, was uns hilft.
Wenn du dich besser fühlst, weil du morgens eine Affirmation sagst – bitte, mach!
Wenn du deinem Kind voller Hoffnung Mondwasser ins Zimmer stellst – go for it!
Wenn du Energie „cleanst“, während du in Wahrheit einfach die Küche wischst – Girl, ich applaudiere dir.
Und jetzt das Wichtigste: Spiritualität ist kein Ersatz. Sondern ein Upgrade.
Spiritualität soll uns nicht ersetzen, nicht umkrempeln, nicht perfektionieren.
Sie soll uns Raum geben.
Raum zum Fühlen.
Raum zum Scheitern.
Raum zum Atmen.
Vielleicht ist Spiritualität die Sprache, die wir heute brauchen – weil sie flexibel, liebevoll und nicht streng ist.
Vielleicht ist sie die Version von Glauben, die zu unserer Welt passt:
Eine Welt, in der alles schnell ist, alles laut ist, und wir Mamas ohnehin immer das Gefühl haben, hinterherzurennen.
Spiritualität für Mamas – ein Mini-Guide, der wirklich funktioniert
praktisch, liebevoll, realistisch, machbar.
1. Mini-Atempause
Drei tiefe Atemzuge, im Bad.
Kann wirklich viel verändern.
2. Kleine Rituale
Kerze an. Tee trinken. Eine Minute Stille.
Spiritualität muss nicht fancy sein – nur ehrlich.
3. Affirmation, die wirklich hilft
Nicht „Ich bin eine Göttin“ (obwohl – why not?).
Sondern:
„Ich mache das gut. Ich wachse. Und heute reicht es, genug zu sein.“
4. Dankbarkeit – aber real
Nicht: „Ich bin dankbar für jeden Moment.“
Sondern:
„Ich bin dankbar, dass mein Kind heute EINMAL die Schuhe selbst angezogen hat.“
Dankbarkeit zu erkennen, kann die Lebensqualität und die Sicht auf das Leben sofort verbessern.
5. Vertrauen – nicht in Magie, sondern in DICH
Das Universum ist schön.
Aber du?
Du bist eine Naturgewalt.
Mein Resümee: Spiritualität wird vielleicht nicht die Religion ersetzen – aber sie kann uns Mamas retten.
Sie gibt Hoffnung, wo Chaos ist.
Ruhe, wo Reizüberflutung ist.
Und ein bisschen Magie, wo Müdigkeit regiert.
Also ja:
Ich glaube daran, dass Spiritualität uns eine Chance gibt – nicht, perfekt zu werden, sondern sanfter, liebevoller und präsenter mit uns selbst. zu sein.
Und wenn wir dadurch ein kleines bisschen mehr Frieden finden –
im Umgang mit uns selbst, und auch mit unseren Mitmenschen.



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