Öffentliche Toiletten – oder: Warum wir Frauen unsere eigene Katastrophe sind
- Mara Reinders
- 7. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Ein ehrlicher Mama-Real-Talk über Klobrillen, Akrobatik & kollektive Panikattacken
Gestern Abend – auf dem Weg zur Party, die wir Mamas ja bekanntlich nur besuchen, wenn mindestens drei Sterne günstig stehen und der Babysitter einen Vertrag mit der Hölle unterschrieben hat – passierte es:
Meine Freundin: „Ich muss SOFORT pinkeln.“
Ich: „Okay, okay – Raststätte.“
Die Männer im Auto: „Haha, los geht’s, wir pinkeln überall, wir sind Natur!“ (Grillenzirpen. Stolze Brust. Klischee erfüllt.)
Und da standen wir. Vor einer öffentlichen Toilette. DEM Endgegner aller Frauen.
Warum ekeln wir uns eigentlich alle so?
Kaum stehen wir vor einem öffentlichen Klo, wird aus jeder Frau eine Mischung aus:
Biologin (Analyse der Keimbelastung der nächsten 500 Jahre),
Zirkusartistin (schwebendes Pipi-Pointen),
und Regierungsbeamten (strenge Risikoabschätzung nach Paragraf 892 „Berührung der Klobrille“).
Während die Männer einfach reingehen, wieder rauskommen und aussehen, als hätten sie gerade einen Spaziergang im Wald gemacht, stehen wir davor, als wäre es Mordor.
Die Schwebetechnik – unser aller Untergang
Jetzt mal Hand aufs Herz, Ladies:
Wenn man auf öffentliche Toiletten geht, gibt es drei Typen von Frauen:
Die Entspannten – setzen sich hin, als wäre das Klo ihr spirituelles Krafttier.
Die Papierstaplerinnen – 15 Lagen Klopapier, bitte. Wenn’s raschelt, ist es Kunst.
Die Schwebenden – mit einer Kniebeuge, die selbst Crossfit-Trainer zum Weinen bringt.
Und genau diese Schwebenden sind das Problem.
Ja, ich sag’s wie es ist:
Wir machen das Chaos selbst.
Denn während wir schwebend versuchen, keinen Kontakt zur Brille zu haben, pinkelt die halbe Republik daneben – und die nächste Frau denkt sich: „Iih, auf DIE Brille setze ich mich sicher nicht!“
…und schwebt wieder.
…und pinkelt wieder daneben.
…und so haben wir einen Teufelskreis, der locker im Geschichtsbuch stehen könnte.
Breaking News:
Du berührst die Brille nicht mit deiner Vagina.
Du berührst sie mit deinen Oberschenkeln.
Die gleichen Oberschenkel, die jeden Sandkasten, jede Parkbank und jedes Bällebad Deutschlands gesehen haben.
Just saying.
Meine revolutionäre Idee (haltet euch fest):
Wenn sich ALLE Frauen einfach hinsetzen würden, wären öffentliche Toiletten sauber. Punkt.
Ja, ich hab’s gesagt.
Ja, im Auto gab’s danach Diskussionen wie in einer Bundestagsdebatte.
Und ja, die Männer sagten nur: „Told ya.“
(Die dürfen aber eigentlich gar nichts sagen. Die stehen. Die wissen nix.)
Die große Umfrage zeigt: Wir sind gespalten!
In meinem WhatsApp-Kanal hat sich heute gezeigt:
Die Community ist ungefähr zu gleichen Teilen:
„Setz dich hin, Girl, alles easy“
„Ich bastle mir erst ein Nest aus Papier – wie ein hygienisches Faultier“
„Freischwebende Akrobatik oder ich sterbe“
Und ich?
Lasse das Klopapier eine Runde über den Sitz gleiten.
Und sitze.
Ganz entspannt.
Wie eine Königin, die weiß: Meine Oberschenkel regeln das.
Zum Abschluss ein Gedanke…
Vielleicht sollten wir Frauen uns wirklich mal zusammentun.
Nicht für Equal Pay.
Nicht für Mental Load.
Nicht für bessere Vereinbarkeit.
Sondern für saubere öffentliche Toiletten.
Einfach.
Hinsetzen.
Loslassen.
Leben genießen.
Und wenn du dich nicht hinsetzen willst – okay.
Aber dann meckere später nicht über die Brille.
Selbstgemachtes Chaos zählt nämlich nicht.



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