Autonomiephase begleiten: 15 kreative Spiele für mehr Selbstständigkeit und weniger Langeweile
- Mara Reinders
- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Es gibt diese Phase im Leben mit Kind, da denkst du kurz, dein Kind hat heimlich ein Coaching zum Thema „Wie teste ich meine Eltern maximal?“ besucht.
„Nein!“
„ICH!“
„ALLEINE!“
Und du stehst daneben, mit Kaffee in der Hand, innerlich leer, äußerlich bemüht ruhig.
Willkommen in der Autonomiephase.
Oder wie ich sie nenne: Die Phase, in der Kinder lernen, wer sie sind – und Eltern lernen, tief zu atmen.
Kurz & ehrlich: Was ist die Autonomiephase?
Die Autonomiephase ist ein wichtiger Entwicklungsschritt.
Kinder:
entwickeln einen eigenen Willen
wollen selbstständig handeln
können ihre Gefühle aber noch nicht regulieren
Das Ergebnis:
Große Gefühle treffen auf wenig Impulskontrolle.
👉 Autonomie heißt nicht „mein Kind bestimmt alles“.
👉 Autonomie heißt: Mein Kind darf sich ausprobieren – innerhalb eines sicheren Rahmens.
Und genau deshalb sind die richtigen Spiele so entscheidend.
Nicht zum Ablenken.
Nicht zum Dauerbespaßen.
Sondern um Selbstständigkeit liebevoll zu begleiten.
Die absoluten Highlight-Spiele 🔥
Fantasie pur – mit klarem Rahmen
Das sind die Spiele, die bleiben.
Die man nicht „schon tausendmal gelesen“ hat.
1. Der Boden ist heute eine andere Welt 🎨
(Der Boden wird zur Spielwelt)
Vorbereitung (5 Minuten):
Geschenkpapier, Packpapier oder Zeitung auf dem Boden auslegen, Ränder mit Kreppband fixieren.
Spielidee:
Der Boden ist heute:
eine Stadt
eine Insel
ein Zoo
ein Fantasieland
Das Kind malt, fährt, baut, platziert Figuren.
Der Rahmen:
👉 Gespielt wird nur auf dem Papier.
👉 Wenn das Papier voll ist, ist das Spiel vorbei.
Warum das perfekt für die Autonomiephase ist:
Das Kind gestaltet frei – aber innerhalb klarer Grenzen.
Das Ende entsteht logisch, nicht durch Machtkampf.
2. Die Badewanne ist ein Schiff 🚢
(Ohne Wasser – Fantasie reicht völlig)
Material:
Badewanne, Kissen, Handtücher, Kuscheltiere, evtl. Taschenlampe.
Spielidee:
Die Badewanne wird zum:
Schiff
U-Boot
Piratenschiff
Rettungsboot
Kuscheltiere reisen mit, werden verteilt, versorgt, wieder „an Land“ gebracht.
Der Rahmen:
👉 Das Spiel endet, wenn alle Tiere wieder ausgestiegen sind.
Warum das Autonomie stärkt:
Das Kind steuert die Geschichte, nicht die Situation.
Fantasie ohne Überforderung, Struktur ohne Kontrolle.
3. Der Stock-Bau-Tag 🌿
(Natur reinholen – Fantasie rauslassen)
Vorbereitung:
Beim Spaziergang Stöcke sammeln, dazu Schnur, Wolle oder Klebeband.
Spielidee:
Aus den Stöcken entsteht:
ein Haus
ein Tier
ein Lager
etwas völlig Eigenes
Probieren, umbauen, scheitern, neu anfangen.
Der Rahmen:
👉 Gebaut wird mit diesen Materialien.
👉 Danach wird gemeinsam aufgeräumt.
Warum das Gold wert ist:
Selbstwirksamkeit pur.
Das Kind erlebt: Ich kann etwas erschaffen.
4. Geschenkpapier-Tunnel 🎁
Geschenkpapier über Stühle oder Sofa spannen → Tunnel, Höhle, Durchgang.
Autonomie-Bezug:
Körpererfahrung + klare Regel (nicht reißen).
Das Kind testet sich, ohne Grenzen zu sprengen.
5. Das Insel-Spiel 🏝️
Kissen sind Inseln, der Boden ist Lava oder Wasser.
Autonomie-Bezug:
Freies Bewegen innerhalb klarer Spielregeln.
Selbstkontrolle wird spielerisch geübt.
6. Der Fantasie-Umzug 📦
Ein Karton wird Haus, Auto oder Raumschiff.
Kuscheltiere ziehen ein, ziehen aus, ziehen weiter.
Autonomie-Bezug:
Planen, strukturieren, Entscheidungen treffen – ohne Machtkampf.
7. Die Leise-Welt 🌙
Alles wird langsam, leise, vorsichtig.
Autonomie-Bezug:
Hilft bei Reizüberflutung und stärkt Selbstregulation.
8. Malen mit Auftrag 🎨
Nicht „mal irgendwas“, sondern:
„Mal ein Haus für dein Tier“
„Mal einen Weg“
„Mal einen Ort“
Autonomie-Bezug:
Freiheit mit Orientierung – ideal für Kinder, die Struktur brauchen.
9. Mini-Alltag 🧺
Kochen, einkaufen, schlafen legen – im Spiel.
Autonomie-Bezug:
Kinder verarbeiten Alltag und erleben Kompetenz.
10. Das Ich-probier-das-Spiel 🔧
Deckel, Knöpfe, Reißverschlüsse, Schrauben (ungefährlich!).
Autonomie-Bezug:
„Ich kann das selbst“ – ohne Bewertung oder Druck.
11. Bau & Abriss 🏗️
Bauen, bewusst umwerfen, neu beginnen.
Autonomie-Bezug:
Kontrolle über Anfang und Ende – wichtig für Frustrationstoleranz.
12. Der Beobachter-Moment 👀
Das Kind spielt. Du schaust nur zu.
Autonomie-Bezug:
Gesehen werden, ohne gelenkt zu werden.
13. Sortieren nach eigenem System 🧺
Alles darf sortiert werden – wie auch immer.
Autonomie-Bezug:
Eigenes Denken statt „richtig oder falsch“.
14. Trage-Mission 🚶♀️
Leichte Dinge von A nach B bringen.
Autonomie-Bezug:
Ich werde gebraucht. Ich kann helfen.
15. Noch einmal – dann Ende 🔔
Letzte Runde wird vorher angekündigt.
Autonomie-Bezug:
Übergänge lernen, ohne Kontrollverlust.
Zum Schluss – ganz persönlich 💛
Die Autonomiephase ist keine Phase, die wir „überstehen“ müssen.
Sie ist eine Phase, in der Kinder lernen, wer sie sind –
und wir lernen, wie wir begleiten, ohne zu kämpfen.
Diese Spiele machen den Alltag nicht perfekt.
Aber sie machen ihn klarer, liebevoller und oft überraschend ruhig.
Und manchmal…
reicht genau das, um einen Nachmittag zu retten.



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